Sketchnotes
Visuelle Notizen machen Spaß
Ich war mir ganz sicher, dass ich nicht zeichnen kann, bis ich meine Ausbildung zur Yogatherapeutin begann und wir die Asanas mit Strichmännchen visualisieren mussten. Nachdem ich meine Angst und meinen Perfektionismus überwunden hatte, fand ich das Zeichnen ganz entspannend und wollte mehr Gelegenheiten zum ungezwungenenen Skizzieren in meinen Alltag integrieren.
Sketchnotes
Sketchnotes (englisch sketch = Skizze, notes = Notizen) sind visuelle Notizen, die handschriftlichen Text mit einfachen Zeichnungen und grafischen Elementen kombinieren. Statt reinem Fließtext entsteht ein visueller Überblick über ein Thema mit kleinen Skizzen, Symbolen, Formen, Figuren, Pfeilen, Sprechblasen, Kästen, Schlagworten, kurzen Sätzen, handgezeichneter Typographie etc.
Sketchnotes kannst Du nutzen für:
- Notizen in Meetings, Konferenzen, Vorträgen; und zwar für persönliche Notizen oder auch Notizen am Flipchart für alle
- Notizen zum Lernen, z.B. bei einem Seminar oder auch beim Lesen von prüfungsrelevanter Literatur
- Private Notizen wie Urlaubserinnerungen, visuelle Tagebücher, grafisch gestaltete Rezepte
- Um das Verständnis beim Zuhören zu erleichtern und komplexe Zusammenhänge zu visualisieren
- Um Dir Inhalte besser einzuprägen und eine übersichtliche Gedächtnisstütze zu haben
- Um Dich beim Zeichnen zu entspannen
- Um Spaß zu haben
In der Tat macht das Zeichnen von Sketchnotes Spaß, sobald Du Dich von Deinen eigenen Ansprüchen löst. Sketchnotes sind keine Kunst, sie müssen nicht schön aussehen und Du musst auch nicht gut zeichnen können. Schnapp Dir einen Bleistift oder Fineliner und leg einfach los, so wie Du es als Kind getan hast!
Der Wechsel zu Sketchnotes verlieh mir die Freiheit, mich auf die großen Themen und Ideen zu konzentrieren. Ich konnte mich entspannen, auf die wesentlichen Punkte hören und diese Ideen visuell festhalten.
Mike Rohde, Das Sketchnote Handbuch. Der illustrierte Leitfaden zum Erstellen visueller Notizen, mitp Kreativ Verlag, 1. Auflage 2014
Soulshine Sketchnotes
Eine besondere Form von Sketchnotes hat die Wirtschaftspsychologin Britta Ullrich entwickelt: Die Soulshine Sketchnotes. Du kannst sie Dir als eine Art visuelles Dankbarkeitstagebuch vorstellen: Du zeichnest jeden Tag eine kleine Notiz mit einem Moment, der besonders schön war. Auch an schlechten Tagen gibt es bestimmt irgendetwas, was gut ist. Manchmal zeichne ich einfach nur meine Kaffeetasse. Und lenke damit meine Aufmerksamkeit hin zu dem, was heute positiv ist. Oft kann ich mich dann noch ein zweites Mal über das schöne Ereignis freuen. Mit der Zeit trainiert man auch seinen Blick für die kleinen, schönen Momente und verankert sie verbal und visuell in seinem Journal.
Natürlich komme ich nicht jeden Tag dazu, meine Notiz zu zeichnen. Dann nehme ich mir am Wochenende etwas mehr Zeit, meinen Wochenrückblick Tag für Tag nachzuzeichnen. Britta Ullrich beschreibt die Entstehung ihrer Idee folgendermaßen:
Schöne Momente und was unser Herz zum Leuchten bringt in kleinen Sketchnotes festzuhalten - das ist ein echtes Soulshine-Feuerwerk! Und so ist an diesem Abend die Idee für meine Soulshine Sketchnotes entstanden. Einfache Zeichnungen, kombiniert mit Text, die uns regelmäßig unsere stärkenden Momente bewusst machen - und auch in düsteren Zeiten die Seele immer mal zum Scheinen bringen.
Britta Ullrich, Soulshine Sketchnotes. Zeichne, was Dich zum Strahlen bringt, Eigenverlag, 1. Auflage 2024
Plane pro Woche eine DIN A4 Seite für Soulshine Sketchnotes ein, egal ob auf einem einfachen Blatt Papier oder in einem Bullet Journal. Du zeichnest wöchentlich sieben Soulshine Momente. Du kannst auch einen achten als Joker nutzen, wenn Du die Seite in zweimal vier Kästen einteilen willst. Wenn Du möchtest, kannst Du zusätzlich jeden Monat einen Monatsrückblick mit zwei, drei Highlights zeichnen oder einen Jahresückblick gestalten. Zeichne dabei so unbeschwert und sorglos wie ein Kind. Du musst die Notizen niemandem zeigen und darfst einfach Freude daran haben.